resilienz

Resilienz

Re|si|li|enz die, (lat.): Anpassungs- und Widerstandsfähigkeit, mit denen Personen auf Probleme und Veränderungen reagieren.

Resilienz ist ursprünglich ein Begriff aus der Psychologie und bezeichnet die Eigenschaft eines Menschen, mit seiner Umgebung zu interagieren, um sich vor dem Einfluss von Risikofaktoren in seiner sozialen Umgebung (eta: Familie) zu schützen und sein Wohbefinden zu steigern. Resilienz wird aber neuerdings nicht nur bei Einzelpersonen, sondern auch bei Gruppen oder Systemen untersucht. Gegenwärtig wird es sehr stark in Zusammenhang mit krisenhaften Klimaveränderungen (→ Klimaresilienz), im Migrationskontext oder dem Erstarken autokratischer und faschistischer Systeme (→ Demokratische Resilienz) verwendet. Zuletzt gelesen im Bereich der Cybersicherheit, wo sich Unternehmen hinsichtlich ihrer → digitalen Resistenz einen → Resilienzvorsprung verschaffen. Jeremy Rifkin hat in seinem 2022 erschienen Buch von einem Zeitalter der Resilienz gesprochen1). Kritiker*innen des inflationären Gebrauchs von Resilienz verweisen auf die mit diesem Begriff implizierten Botschaften: anpassungsfähig sein zu müssen (Selbstoptimierung) und Selbstkontrolle zu besitzen. Die Verantwortung für das Zurechtkommen in einer sozial gefährdeten und massiv bedrohten Ökosphäre und von Polykrisen gekennzeichneten Gesellschaft werde von Politik und Wirtschaft auf den Einzelnen verschoben.

Beim Forum Kommunikationskultur der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur habe ich dieses Jahr eine Keynote über digitale Resilienz gehalten.
(Tante, Mastodon, 16/12/2025)

Referenzen:
Wikipedia Eintrag zu Resilienz
Wikipedia Eintrag zu Klimaresilienz
Cybersicherheit
Psychologie heute: Resilienz bedeutet Anpassung um jeden Preis


Inv.Nr. 025


1)
Rifkin, Jeremy: Das Zeitalter der Resilienz. Leben neu denken auf einer wilden Erde. Weinheim, 2022
  • resilienz.txt
  • Zuletzt geändert: 17.12.2025 09:19
  • von tinderness