enshittification

Enshittification

En|shitti|fi|ca|tion die, (engl.), Kunstwort: Monetarisierungsgetriebene Degradierung digitaler Systeme.

Ein vom Schriftsteller und Internetaktivisten Cory Doctorow in seinem gleichnamigen Buch 1) geprägter Begriff. Etwas, was mensch ohnehin schon geahnt hat: dass man nämlich durch digitale Angebote grundsätzlich beschissen wird. Gemeint ist damit die schleichende Verschlechterung von digitalen Medien und Produkten. Zunächst darauf angelegt, mögliche User*innen anzulocken, verschlechtert sich die Angebotspalette für User*innen, Abvieter*innen und Verkäufer*innen zunehmend, um letztendlich nur mehr den Besitzer*innen und Shareholder*innen nützlich zu sein. An die Stelle von Gratisnutzung, Übersichtlichkeit und Nützlichkeit treten Abonnements, Mitgliedsbeiträge, Kontrollverlust und schlechtere Sichtbarkeit des Produkts. Die Verschlechterung des Angebots ist geplant („geplante Obsolenz“). Ziel ist die Sammlung und der Verkauf von Daten und somit die Monetarisierung des Angebots. Durch mangelnde Konkurrenzangebote werden die User„*innen in das bestehende Produkt „eingesperrt“. Wer möchte schon seine Follower auf einer alternativen Plattform verlieren (Beispiel: eXit)?

Referenzen:
Momentum: Enshittification
Wikipedia Eintrag von Enshittification


Inv.Nr. 015


1)
Doctorow, Cory: Enshittification. Wie Tech-Konzerne uns ausbeuten und was wir dagegen tun können. Berlin, 2026.
  • enshittification.txt
  • Zuletzt geändert: 13.12.2025 02:06
  • von tinderness