dummdeutsch

Dummdeutsch

Dumm|deutsch das, (dt.): Dummes Deutsch.

1985 erscheint ein Wörterbuch von Eckhard Henscheid mit dem Namen Dummdeutsch. Darunter versteht er ein Agglomerat von Wörtern und Wendungen, aus den Bereichen Werbung, Feuilleton, Psychologie, Medien, Sport, Verwaltung, sowie Anglizismen und Ausdrücke aus der ehemaligen DDR. Man möchte vom heutigen Standpunkt auch ergänzen: Managerdeutsch, Beraterdeutsch, Politikerdeutsch und Netzjargon. Sie zeichnen sich durch besondere Dummheit im Sprachgebrauch aus. Henscheid kritisiert ironisch: „Diese … Aufschüttung aus Neo- und Zeitlosquatsch, aus verbalem Imponiergewurschtel bei gleichzeitiger Verschleierungs- und Verhöhnungsabsicht …“ (Vorwort zur Neuausgabe 1995)1). Beispiele für derart entwertete Begriffe sind laut Henscheid etwa: Alternativ, betroffen, Denkanstoss, Kult oder Rebirthing. Sie nimmt er aufs Korn, ihrer Verwendung geht er nach. Die Redaktion stimmt ihm zu, wenngleich die von ihm vorgenommene Auswahl der Wörter 40 Jahre danach etwas antiquiert erscheint. Ein neues Wörterbuch muss her, denn Dummdeutsches findet sich auch heute! Da ist schon die Rechte fleissig dran. Wie wärs mit Staatsfeminismus oder Gesinnungsdiktatur? Ist das dumm genug?

Referenzen:
Fokus: Dummdeutsch im Zeugnis, abgerufen am 13/12/2025
Mediendiskurs: Parolen für die Gutmenschenjagd, abgerufen am 13/12/2025


Inv.Nr. 026


1)
Heinscheid Eckhard: Dummdeutsch. Reclam, 1995
  • dummdeutsch.txt
  • Zuletzt geändert: 13.12.2025 10:02
  • von tinderness