Buchseitendünne Menschen
Buch|sei|ten|dün|ne Men|schen die, (dt.): Unbelesene Menschen.
Die Wendung taucht in Alhierd Bacharevič Buch „Europas Hunde“ auf. Bunja, ein ungehobelter und ungebildeter Jugendlicher beginnt sich für das Erlernen der Kunstsprache Balbuta zu interessieren, um seiner Angebeteten Kaštanka nah sein zu können. Er wird im Verlauf der Geschichte vom Ich-Erzähler als buchseitendünner Mensch bezeichnet (siehe Zitat). Die Wendung ist m.E. sonst nicht verbürgt.
Bunja verliess mich gegen Morgen, er nahm die Ausdrucke mit, die unterm Tisch gelegen hatten. Ich hatte sie einfach so gemacht, für niemand Bestimmtes , mir hatte eben gefallen, wie sie aussahen. Doch nun dienten diese Papiere einer wichtigen und schwierigen Sache. Der Sache lebendiger, buchseitendünner Menschen, von deren Existenz ich noch zehn Monate zuvor keinerlei Ahnung gehabt hatte.
(Alhierd Bacharevic, Die Hunde Europas S.124, 2025)
Inv.Nr. 036